Die Bräutlingsgesellen

Eine Verordnung von 1564 gilt als frühester Hinweis auf die Bräutlingsgesellen. In ihr ist die Rede davon, dass sie auf dem Marktplatz und in den Gassen tanzten, die Trommel rührten und das Saiten- und Pfeifenspiel pflegten.

Um dieselbe Zeit wird erstmalig das Baden von zugezogenen Gesellen erwähnt, die von ihren Kameraden in den Stadtbrunnen oder sogar in die Donau geworfen wurden. Irgendwann verfeinerte sich dieser Brauch zum Bräuteln, wie es ununterbrochen bis heute gepflegt wird. Als solches lässt es sich seit 1723 belegen.

Grüne, silberne und goldene Hochzeiter sind alljährlich eingeladen, sich auf einer Stange um den Marktbrunnen tragen zu lassen. Diesen Brauch besorgen von alters her die Bräutlingsgesellen. Ledig müssen sie sein, um die 20 Jahre alt und würdig ihrer ehrenvollen Aufgabe.
Einer führt die Stadtfahne in den Farben Rot und Gold mit sich, ein anderer die Bräutlingsstange. Am Fasnetssonntag wird sie den Bräutlingsgesellen feierlich übergeben. In wohlgesetzten Versen werden sie ermahnt, den alten Brauch "Jo it" verlöschen zu lassen.
Nach einem Tanz mit der Stange beginnt das Laden der Bräutlinge im Stadtgebiet. Schwerstarbeit leisten die Bräutlingsgesellen dann am Fasnetsdienstag beim Historischen Bräuteln. Zwanzig oder dreißig Herren gilt es inmitten des zahlreich erschienenen närrischen Volkes zu bräuteln.


Häsbeschreibung

  • Hut
schwarzer Dreispitz mit Kokarden
  • Hals
rote Kurzkrawatte
  • Hemd
weißes Hemd mit kurzer Knopfleiste
  • Hose
schwarze Kniebundhose mit roten Hosenträgern aus Leder
  • Handschuhe
weiße Baumwollhandschuhe
  • Strümpfe
weiße, gestrickte Baumwollkniestrümpfe
  • Schuhe
schwarze, geschnürte Halbschuhe aus Glattleder
  • Utensilien
Bräutlingsstange, Stadtfahne, Pfeiffe oder Marschtrommel


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bg